Sonntag, 16. Oktober 2016

Korsika ~ Wie mich eine Insel in ihren Bann zog



8.680 km², mehr als 230.000 Einwohner, eine Insel in mitten des Mittelmeeres: Korsika



Eine waschechte Niederbayerin auf einer französischen Insel. 
Ihre Beine berühren kalten Sand, nur noch wenige Zentimeter und die nächste Welle streift ihre nackten Füße...
Na, was stimmt da nicht? Richtig, es gibt nichts Falsches. 
Im Mai dieses Jahres besuchte ich das erste -und definitiv nicht das letzte Mal- Korsika.
Die Insel, die nicht umsonst als die Insel der Schönheit bezeichnet wird, zog mich schon in ihren Bann als ich von der Fähre aus, die Küste der Insel sah. 
In diesem Blogpost möchte ich euch von meiner letzten größeren Reise berichten. ♥




Wir datieren den 16.05.2016. Ich wache auf. Jay-Z dröhnt förmlich in meinen Ohren. Genervt drücke ich den Song weg, als er gerade zu rappen beginnt "Somewhere in America Miley Cyrus still twerking." Zugegeben, das ist normalerweise nicht mein Musikgeschmack, aber Not macht erfinderisch. Wenn man eben nicht bei schöner Musik aufwachen will, muss man durch Höllenqualen gehen. Ok, das ist jetzt vielleicht etwas übertrieben... 

Aufjeden Fall stand ich schonmal mit einem schlechten Bein auf. Die Tatsache zusätzlich noch gute 10 Stunden Busfahrt vor mir zu haben machte das gerade auch nicht besser.

Zusammen mit meiner Schwester und meinem Vater -welcher übrigens der Busfahrer war/ist- leisteten wir uns eine total krasse Verfolgungsjagd mit dem Bus, da wir erst später dazu stiegen und nein, der Bus kann noch nicht selber fahren, mein Vater hat nur nette Kollegen. ;)
 
Also stieg ich ein, nahm meinen Platz in der ersten Reihe ein und packte erstmal "Lady Midnight" und mein Headseat aus und weg war ich und erst recht nicht noch für Irgendjemanden erreichbar. O:)
Während ich die ganze Zeit las und las und wohl noch mehr las, verpasste ich einfach Mal Innsbruck, den Brenner, Bozen, Verona und zusätzlich auch noch Parma, ok das sagt mir nichtmal mehr etwas im Nachhinein, muss man also nicht kennen. Irgendwann, es war schon früher Abend, kamen wir schließlich in Livorno an. 

Voller Elan sprang ich förmlich aus dem Reisebus, da wusste ich noch nicht, dass ich bei dieser Zwischenübernachtung ungebetene Gäste in meinem Bett haben werde... naja auf jeden Fall bemerke ich gerade, dass ich total abschweife, hier soll es schließlich um Korsika gehen, nicht um meine elende Busfahrt oder meinem schlechten Musikgeschmack. 
Also macht euch bereit jetzt geht es wirklich auf die Insel der Schönheit.

Mittlerweile datieren wir den 17.05.2016. Das heißt erstmal meiner reizenden *hust* Schwester gratulieren. Heute bin ich ja echt nett...
Ich überspringe jetzt einfach mal die ungefähr 4 stündige Fährüberfahrt nach Korsika. Übrigens entstanden schon alleine auf der Fähre über 100 Bilder vom Wasser... 

Und nun, ich bitte um Applaus, kommt das richtige Reisetagebuch. Bitte, schmeißt nicht zu viel Konfetti umher, das dauert recht lange zum aufräumen. ;)

Die Fähre der Corsica Ferries legt an. Wir befinden uns direkt vor Bastia, der ehemaligen Hauptstadt und mittlerweile wichtigsten Hafenstadt der Mittelmeerinsel.
Findet man die Stadt mit perfekten Wetterbedingungen vor, kann man von Bastia die beiden Inseln Elba und Monte Cristo mit bloßem Auge erkennen.
Bastia ist mit über 42.000 Einwohnern eine der größten Städte auf der Insel und ist mir ihrer östlichen Ebene, welche nach Süden ausgerichtet ist, der Knotenpunkt des Warenhandels Korsikas. Zudem ist der Hafen die wichtigste Anlaufstelle für Touristen.
Am ersten Tag blieben wir nicht in Lange in Bastia, doch dies fiel mir nicht allzu schwer, unsere Wege werden sich wieder kreuzen, aber dazu später mehr.


Da Bastia sich direkt an der nördlichen Spitze befindet, machten wir uns am selben Tag noch auf dem Weg zum Cap Corse, den nördlichsten Punkt der Insel.
Während an der Ostküste atemberaubende Badebuchten zwischen den schroffen Felsen hervortraten, war der westliche Teil fast fjordartig.
In diesem Teil gibt es fast keine Sandstrände, die Landschaft wird von Kiesel und grauen Felsen geprägt.
In Verbindung mit dem blaugrünen Meer, bildete sich dadurch eine einmalige Kulisse.
Das Cap Corse war somit eines der abwechslungsreichsten Landschaften, die ich je mit eigenen Augen betrachten durfte.

Fast parallel zu Bastia liegt die Stadt Saint Florent. 
Saint Florent ist eine kleine Stadt, die vorallem durch Wassersportaktivitäten von Urlaubern besonders geschätzt wird.

Zudem liegt Saint Florent am Fuße der Agriates Wüste. 
Der Strand von Saleccia ist nur unweit von der Stadt entfernt. Er gilt als einer der schönsten der Insel zusammen mit der Klarheit des Meeres.

Leider kann ich euch nichts genaueres über Saint Florent, der Agriates Wüste oder dem Strand von Saleccia berichten, da kein Zwischenstopp durch das Reiseprogramm vorgesehen war. -_-
Trotzdem konnte ich ein paar atemberaubende Bilder schießen. ♥
Übrigens ist das Cap Corse eine eigene Region und ist tatsächlich ein Gebirge im Meer.

Nach der Übernachtung in der Nähe Saint Florents ging es am nächsten Tag weiter durch die Gebirgsketten Korsikas.  
Ziel war vorerst die Stadt Francardo im Landesinneren. 
So folgten wir dem Verlauf des größten Flusses Korsikas dem Golo.

Der Fluss schlängelt sich einen Weg durch die Steinwüste "Scala di Santa Regina".
Dort befindet sich übrigens auch der größte Stausee der Insel: "Calacuccia".

Unser Weg führte anschließend durch einen Wald, mit den höchsten Lariciokiefern, dem "Valdo Niello". 
Dort leben übrigens sehr viele Wildschweine, die auch frei herumlaufen können.
Übrigens gehören die Wildschweine zu den korsischen Spezialitäten. 
So bekamen wir jeden 2. Tag Wildschwein mit Bandnudeln. Leider ist Wildschwein nicht mein Lieblingsgericht, wer allerdings allgemein Wild wie Reh oder Hirsch bevorzugt, wird die korsische Küche lieben.  
Auf dem höchsten Pass Korsikas dem "Col de Vergio" auf 1470m Höhe ging es zum Golf von Porto. 

Dorthin mussten wir uns einen Weg durch die Spelunca-Schlucht bahnen. 
Dieses Gebiet wird auch als "Calanche de Piana" bezeichnet.
 


Vorallem für Wanderer eine der schönsten Plätzchen der Insel. Doch auch Leute mit Fliplops, würde dieser majestätische Ort gefallen, die Steine waren fast so rot wie im Grand Canyon und trozdem war die Landschaft eine ganz andere.
Der Golf von Porto gilt mittlerweile als einer der meistbesuchtesten Gegenden der Insel.
Doch vor weniger als 60 Jahren war dieses noch relativ dünn besiedelte Plätzchen Erde, von Mufflons, Seehunden und Fischadlern bewohnt.
Während die Seehunde komplett verschwanden, zogen sich die Mufflons in das Hochgebirge der Insel zurück.
Nur die Fischadler blieben, welche nun Schutz im Naturreservat von Scandola gefunden haben.
Die nun folgenden Kilometer die uns Richtung Ajaccio brachten, wären für Motorradfahrer wohl ein absolutes Paradies: Kurvenreich und mit einer atemberaubenden Kulisse auf das Meer.

Am Abend erreichten wir schließlich die Geburtsstädte Napoleons: Ajaccio. Die 1492 errichtete Stadt ist mit circa 65.000 Einwohnern nicht nur eine Hafenstadt, mit einem der wenigen Flughäfen der Inseln, sondern auch die heutige Hauptstadt Korsikas.

An diesem Ort herrscht maximale Sonneneinstrahlung und liegt am Ende des Golfs von Porto.
Will man die Stadt erkunden, ist vorallem der Hafen unumgänglich. 
Vorallem am Abend bietet sich eine traumhafte Schönheit.
Außerdem wird die Stadt von vielen Denkmälern an Napoleon geprägt.


Mein persönliches Highlight war defintiv Tag 4.
So ging unsere Reise vom Osten der Insel weiter in Richtung Süden.
Leider startete der Tag mit Nebel und sehr viel Regen, doch unser Reiseleiter Marc schenkte uns Hoffnung, dass das Wetter spätestens im südlichsten Punkt der Insel besser sein sollte.




Doch bevor wir Bonifacio erreichten, hielten wir im kleinen Sartene.
Mit Regenschirmen ausgestattet ging es in das nebelverhangene Städtchen.
Und um ehrlich zu sein war ich damals froh, dass das Wetter so schlecht war. Durch die engen, dunklen Gassen zu schlendern während der Regen von den Dachrinnen plätschert und die Stimmung fast düster ist, hat mir irgendwie viel besser gefallen als wäre es der schönste Sonnentag des Jahres gewesen.

Die Stadt, welche auf einen kleinen Hügel liegt hat übrigens wunderschöne Möglichkeiten zum shoppen. Man muss nur etwas suchen. ;)
Manchen von euch ist die Stadt vielleicht durch die Prozession des Catenacciu bekannt.
Jedes Jahr am Karfreitag absolviert in Sartene ein unbekannter Mann einen 3 stündigen Marsch durch die Stadt, beginnend bei der Kirche der Heiligen Gottesmutter Maria. Der Mann ist dabei maskiert, trägt einen roten Umhang, hat außerdem Ketten an den Füßen und trägt ein enormes Kreuz. So büßt der Mann für seine Sünden. Beobachtet wird er dabei die ganze Zeit von der Menschenmasse.
Wer jetzt von euch gleich nach Sartene fahren will und den Platz des maskierten Mannes einnehmen will muss sich leider noch etwas gedulden. Es hält sich das Gerücht, dass man sich Jahre vorher in der Liste eintragen muss, um einmal der Büßer zu sein.
Doch, die meiner Meinung nach schönste Stadt der Insel ist Bonifacio im Süden.
An der südlichsten Spitze der Insel kann man mit bloßem Auge sogar die naheliegende, italienische Insel Sardinien betrachten.
Verzaubert hat mich die Stadt bereits bei der Anfahrt.
Bonifacio ragt über 60m aus dem Meer, erbaut wurde sie auf den weißen Kalksteinfelsen, die vom Winde geformt wurden.
Die Zitadelle erinnerte mich sofort an Tessa aus "Chroniken der Schattenjäger". Doch ob eine meiner Lieblingscharaktere ihre Zitadelle so toll fand, bezweifle ich noch heute stark. ;)



Die Oberstadt
Die Marina



Die Stadt besteht aus zwei Teilen, der Oberstadt und der Marina.
Bereits vom Hafen der in der Marina liegt hat man einen perfekten Blick auf die Oberstadt.
Zwischen den engen Gassen in Korsikas schönster Perle verweilte sogar Napoleon des Öfteren.
Vom Hafen aus kann man sogar Schiffsfahrten begleiten und man kann die Stadt von unten besichtigen. Leider blieb mir diese Möglichkeit verwehrt, da der Seegang zu stürmisch war. Die Gefahr zu kentern war somit zu groß... :(






Die engen Gassen bieten übrigens wunderschöne kleine Läden.

Wo hat man es sonst, dass man mitten in der Stadt in ein kleines Geschäft geht und du dann am Ende des Geschäftes direkt über dem Meer stehst? *-*
Und vor allem für die modebegeisterten Besucher finden sich viele Läden, die jedes Herz einer Modebegeisterten höher schlagen lässt. Selten habe ich es mehr bereut kein Multimillionär zu sein. -_-
Doch auch für Naturliebhaber bietet Bonifacio reichlich. Mit Wanderwegen direkt an den Klippen kann man traumhaft schöne Orte entdecken. Tiefe Buchten und wilde Klippen laden einem förmlich ein zu schwimmen.
Leider verging die Zeit viel zu schnell an diesem Ort und so mussten wir früh aufbrechen,, um das nächste Hotel zu erreichen.




Am nächsten Tag ging es dann leider Gottes wieder zurück nach Bastia, dort hatten wir dann noch einen 2-stündigen Aufenthalt bevor es zurück auf das italienische Festland ging. :( :(

Tag 6 war dann die Heimfahrt, die ich jetzt wie Tag 5 einfach mal überspringe über peinliche Fährepannen und "Hand- und Fußsprache bei meiner Wenigkeit" kann ich gerne einem extra Post verfassen. ;)
 


 Jetzt seid ihr übrigens am Ende meines Posts angekommen. Juhuu. Jeder der das ganz gelesen hat, soll sich jetzt bitte einmal vorstellen, dass ich demjenigen einen Loli überreiche.

Ich hoffe der Post war ein wenig interessant und ihr seid nicht müde vom Stuhl gefallen.

Da ich nicht weiß, was ihr von dieser Kategorie an Post hält würde ich mich über ein paar Rückmeldungen freuen. Dieser Post war ein bisschen viel Arbeit und ich will halt irgendwie doch nicht, dass es umsonst war. #dasjammernnimmtschoneinende



Quellen: Eigene Erfahrungen und ein Reiseführer den ich mir mal vor Ort gekauft habe ;)

2 Kommentare:

  1. Servus Antonia!♥

    Ich schreibe jetzt einfach mal auf Hochdeutsch, das nicht jeder gleich so verschreckt ist, wenn ich bzw. wir auf Bayrisch schreiben:D
    Auf jeden Fall fand ich den Post super! Und ich würde mich auch über den Post zu "Hand- und Fußsprache bei deiner Wenigkeit" freuen:D wäre bestimmt witzig:D
    Außerdem finde ich es toll, dass du immer wieder so humorvoll schreibst:D
    Mach weiter so!

    Liebe Grüße,
    Kerstin♥
    http://buchliebebykerstin.blogspot.de/

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    1. Grüß dich, Kerstin!

      Irgenwie hört sich die Begrüßung auf hochdeutsch komisch an, aber ich kann deine Argumentation durchaus nachvollziehen.

      Danke, dass dir der Post *hust* gefallen hat.
      Mal sehen ob das noch etwas mit meinem neuem Post über "Hand- und Fußsprache bei meiner Wenigkeit" etwas wird.
      Leider ist die Nachfrage nicht allzu groß.
      Hehe, danke. Toternste Texte würden auch irgendwie nicht zu mir passen.

      Liebe Grüße zurück,
      Antonia ♥

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